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Der Herzen Sammler Kapitel 9-10

  • simongra
  • vor 4 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit

Kapitel 9 – Herzstück

Anna nahm ihr Diensthandy und tippte die Nummer aus der Akte ab. Dann berührte sie mit ihrem Zeigefinger das grüne Hörer Symbol und wartete.

„Markhoff.“ Meldete sich eine Frauenstimme.

„Guten Tag Frau Markhoff, Anna Slotkova hier von der Kripo Dortmund.“

Antwortete Anna ihr.

„Frau Slotkova?“ meldete sich Frau Markhoff erneut.

„Was gibt es denn noch? Brauchen sie noch etwas von Frederick?“ Sie klang überrascht und hatte wieder diesen leicht hysterischen Unterton in der Stimme, den sie schon bei ihrem letzten Gespräch hatte.

„Ja und nein. Also nicht direkt von ihm. Vielleicht sollte er besser auch nicht erfahren, dass wir telefoniert haben.“

Frau Markhoff schwieg und machte dann einen tiefen Seufzer.

„Also verdächtigen sie meinen Sohn doch.“ Sagte sie dann.

Anna hörte, wie ihre Atmung schneller wurde und versuchte zu beschwichtigen:

„Nun wir möchten einen Verdacht nur endgültig ausschließen können, das ist alles.“

„Und wie? Er ist jetzt nicht mehr hier. Er ist doch geflogen…“ Frau Markhoff klang als hätte sie Tränen in den Augen.

Anna unterbrach sie:

„Ja wissen wir. Alles, was wir brauchen, ist ein Schriftstück. Irgendetwas das Frederick von Hand geschrieben hat. Gibt es so etwas? Und wenn ja, haben sie es für uns?“

„Hat der Mörder ihnen etwa Post geschickt, oder was?“ Fragte Frau Markhoff überrascht.

„Ja ich habe alte Aufsätze von Frederick hier. Ich weiß nur nicht genau wo.“ Fuhr sie fort.

„Können sie die denn raussuchen? Mein Kollege und ich würden die dann heute Nachmittag abholen.“ Anna klang jetzt immer noch höflich, aber bestimmt.

Frau Markhoff seufzte erneut: „wenn es hilft meinen Sohn als Verdächtigen auszuschließen, werde ich natürlich nachsehen. Sie können später herkommen. Ich werde zuhause sein.“

„Vielen vielen Dank Frau Markhoff, sie tun uns wirklich einen Gefallen.

Anna hatte kaum aufgelegt, als Mert in das Büro trat.

Sie wartete allerdings nicht, bis er etwas sagte, sondern legte gleich los.

„Also Frau Markhoff hat tatsächlich Aufsätze ihres Sohnes. Wir sollten gleich dort vorbeifahren.“

Mert hatte seine Jacke nicht ausgezogen und setzte sich auf seinen Stuhl. Er holte jetzt eine Seite, die aussah, wie aus einem Collegeblock hervor.

Anna stand sofort auf und kam rüber an seinen Tisch.

„Ein Brief von Elias an eine Dozentin.“ Brauchte etwas Überzeugungsarbeit, dass sie ihn mir überließ. Und es ist auch nur ne Kopie. Aber zum Vergleich des Schriftbilds sollte das reichen.“

„Damit erfahren wir nicht nur, wem die Schrift gehört, sondern auch etwas über Elias selbst.“ Keuchte Anna vor Anspannung.

„Ich warte, bis du es gelesen hast. Solange geh ich noch eine rauchen.“ Mert stand auf und ließ Anna mit dem Brief zurück.

Anna atmete tief ein. Sie erwartete schon erneut irgendeinen verstörenden Satz zu lesen, wie zuvor in dem Skizzenbuch.

Sie öffnete ihre Augen und überflog die Seite. Immer noch stand sie vor Mert‘s Schreibtisch. Dann nahm sie die Seite hoch in ihre Hände und ging zurück an ihren Platzt, wo sie sich nun hinsetzte.

Sie las den Brief mehrfach und runzelte die Stirn. Jetzt konnte es eigentlich schon keine Zweifel mehr geben.

In dem Brief stand:

„Hochgeschätzte Fr. D.

Ich danke Ihnen für ihre überaus kompetente und konstruktive Kritik an meinen Werken.

Mir ist bewusst, dass nicht jeder die Realität besonders schön und ästhetisch findet, dennoch finde ich sollte auch diese Seite des Menschen gezeigt werden.

Meine Studien über das menschliche Herz ließen mich bereits seine wahre Natur erkennen und durchschauen.

Das Herz steht in der Kunst und Poesie stets für die Leidenschaft, die ihren Protagonisten Lebenskraft und Sinn schenkt.

Daher habe ich es mir in meiner eigenen Kunst zur Aufgabe gemacht dieses Organ erst recht in den Mittelpunkt zu setzen.

Ich möchte das in allen Formen tun, auch den unansehnlichen.

Das Herz ist ein wichtiger Bestandteil von uns und schenkt uns jede Sekunde neue Kraft.

Wenn es fehlt, kann man es nicht einfach so ersetzen.

Auch das habe ich leidvoll erfahren müssen

Nun, ich denke ich habe die Wichtigkeit und Bedeutung meiner Werke dargelegt.

Ich hoffe sie überdenken ihre Beurteilung noch einmal.

Es mag vielleicht nicht ihren persönlichen Geschmack treffen, doch das ist subjektiv. Und vielleicht erkennen sie eines Tages noch die Wichtigkeit eines Herzens.

Hochachtungsvoll

Elias Maiwald“

Anna wartete bis Mert zurückkam.

„Und?“ Fragte er sie.

„Was hälste davon?“

„Was hat dir diese Dozentin noch erzählt, als du den Brief von ihr erhalten hast?“ Fragte Anna ihn.

„Nun, sie ist damit zum Rektor. Sie hat das als eine Art Drohung verstanden. Aber Elias Vater hat wohl mitgemischt, deshalb wurde Elias nur für eine Weile suspendiert und musste auch diese Prüfung nochmal ablegen.“ Erzählte er in beiläufigem Ton.

„Aber was denkst du denn darüber?“ Bohrte er jetzt seinerseits energischer nach.

„Nun, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen es kann nur Elias sein.“ Antwortete Anna ihm.

„Na dann sind wir uns ja einig. Dann lass uns mal schauen, was der gute Frederick so für Sachen verfasst hat.“ Er ging wieder in Richtung Tür.

Anna stand auf, nahm ihren Mantel vom Haken und folgte ihm.

Anna stand unter ihrer Dusche. Sie war völlig in Gedanken verloren. Gedanken an die letzten Stunden, die sie allein unter Fremden im Park verbracht hatte. Ihr Gespräch mit Moni, dessen aufgerissenen Augen als der Schrei durch den Park hallte. Und an den Mann, der in ihren Armen verblutete.

Danach hatte es ein langes Gespräch mit Janssen und den restlichen Ermittlern des Falls gegeben. Sie ließen ihr nicht mal die Gelegenheit sich zu waschen und umzuziehen. Immer wieder sollte sie durchgehen, was sie alles wahrgenommen habe. Schließlich brachte man sie nachhause. Verdonnert zu einer Woche Zwangsurlaub. Sie sollte nirgendwo in Erscheinung treten und erst recht mit niemanden sprechen.

„Wissen sie was hier los ist, wenn bekannt wird, das während einer verdeckten Aktion von uns noch ein Mord geschehen ist Frau Slotkova?“ Hatte Janssen sie gefragt.

Anna hatte nur genickt, aber eigentlich war es ihr vollkommen egal.

Jetzt wollte sie nicht lieber als zu schlafen.

Das Wasser prasselte auf ihren Nacken, sie schaute an sich herab auf ihre Hände. Noch immer waren dort Spuren von Blut sichtbar.

Sie nahm einen Schwamm und begann plötzlich zu schrubben. Wieder und wieder und selbst als kein Blut mehr auf ihrer Haut war konnte sie noch nicht aufhören.

Dann ließ sie sich fallen. Eine gefühlte Ewigkeit saß sie dort allein in ihrer Dusche. Am liebsten hätte sie geweint, aber Tränen kamen ihr nicht. Es war Leere, als hätte sie mit dem Blut auch jegliches Gefühl aus ihrem Körper geschrubbt.

Ein Gefühl überkam sie doch: Wut.

Sie wollte diesen Fall lösen, sie wollte es Janssen und den anderen zeigen. Sie wollte jetzt keine Schwäche zeigen.

Dieser Fall würde sie nicht brechen. Es war keine Vorhersage, sondern ihre Entscheidung.

Kapitel 10 - Wendungen

Mert klingelte.

Die Tür öffnete sich und Frau Markhoff bat sie herein.

„Nun, ich habe überall geschaut und tatsächlich diese Seite gefunden. Das ist ein Gedicht, dass Frederick vor Jahren zu meinem Geburtstag geschrieben hat.“

„Das wird uns helfen Frau Markhoff.“ Antwortete Anna ihr.

„Werden sie mir sofort Bescheid sagen, wenn sie ihre Ergebnisse haben?“

„Das dürfen wir leider nicht.“ Entgegnete Mert auf die Frage.

„Alles in unserem Ermittlungsverfahren muss zunächst intern bleiben. Egal was dabei rauskommt.“

Anna stimmte ihm zu. Sie nahm Frau Markhoff die Papierseite aus der Hand.

Zurück im Wagen las sie Mert vor was dort geschrieben stand:

Liebste Mutter,

wieder ein Jahr vergang voll Freude, Glück und Musik erklang.

Mal laut mal leis, doch immer da. So wie du Mama für mich.

Gibst stets Geborgenheit. Auf dich ist Verlass.

Darum wünsch ich dir Gesundheit, Glück und Ruhe, keine Hast.

Noch mehr Musik und schönen Klang.

Dein Sohn, Frederick, denkt heute besonders an dich

und sagt von Herzen: Ich hab dich lieb.

„Was für ein schnulziges Wirrwarr.“ Spottete Mert.

„Ach komm, wenn er das als Kind geschrieben hat, ist es doch fast wieder niedlich.“ Anna lachte.

Zurück auf der Wache machten sie keinen Umweg über ihr Büro, sondern gingen direkt zu Till.

Sie standen nun zu dritt in dem kleinen Labborraum.

Till, Anna und Mert

Till verdunkelte nun den Raum und schaltete die Leuchte ein.

Mert pfiff vor Verblüffung.

„Jap das ist Fredericks Handschrift.“

„Eindeutig ja.“ Entgegnete Anna ebenfalls überrascht.

Till blickte abwechselnd von Mert zu Anna.

„Habt ihr etwas anderes erwartet?“ Fragte er sie dann.

„Allerdings.“ Raunte Mert und kratzte sich jetzt den Kopf.

Dann schlug er sich mit der flachen Hand gegen die Stirn und schrie auf.

„Kacke.“

Anna und Till zuckten zusammen.

„Weißt du Till, das macht den Fall komplizierter und verwirrender. Wir hatten tatsächlich gehofft diesmal einen klaren Anhaltspunkt zu bekommen.“ Erzählte Anna in ruhigem Ton. Aber auch sie schien leicht resigniert.

„Tut mir leid für euch.“ Till tätschelte beiden Ermittlern die Schulter.

„Das heißt ihr habt zwei Verdächtige und wisst nicht, wer es war?“

„Schlimmer Till“ Antwortete Mert ihm.

„Wir haben zwei Verdächtige, die es definitiv sein müssen, zumindest einer davon und wir können nicht sagen wer, weil wir jetzt eigentlich entweder beide ausschließen oder noch besser sofort einbuchten müssen.“

„Das heißt eure Spuren widersprechen sich?“ Fragte Till weiter.

„Leider ja.“ Antwortete ihm jetzt Anna.

„Das Allermieseste ist aber, dass wir überhaupt keinen Plan haben, wo Elias steckt, weil der vor einer Woche verschwunden ist und Frederick ist auch gestern geflogen und somit nicht greifbar für uns.“

„Wir können jetzt gerade also echt nen Scheiß tun.“ Mert lachte.

Es klopfte an der Tür.

Till öffnete sie.

„Ähm sind Herr Mert und Frau Slotkova bei ihnen?“ Fragte ein junger Mann in Polizeiuniform.

Mert trat heraus auf den Flur.

„Was gibt’s denn?“ Fragte er genenervt.

„Nun Herr A. hat mich geschickt, sie sollen sofort zu ihm kommen.“

Anna und Mert gingen gemeinsam nach oben auf den Fluren wimmelte es von Leuten und viele davon rannten in Richtung des Besprechungsraums.

Sie standen nun im Büro von Ahrens ihrem obersten Vorgesetzten.

Er bot ihnen keinen Platzt an und stand nun selbst auf.

„Es gibt einen neuen Fund.“ Sagte er zu ihnen mit angestrengter Stimme.

Jetzt musste sich Anna doch setzten.

„Ja ich dachte ich sag ihnen das bevor wir jetzt gemeinsam zur Besprechung gehen.“ Fuhr er fort.

Sie verließen zu dritt das Büro von Ahrens und gingen gemeinsam den Flur entlang. Mert sagte plötzlich: „Jetzt haben wir wirklich ein richtiges Problem. Denn Frederik kann das definitiv nicht gewesen sein. Außer er hat uns und seine Mutter angelogen und ist tatsächlich doch nicht in den Urlaub geflogen.“

Anna antwortete ihm direkt:

„Da bleibt immer noch die Frage, Wo Elias sich aufhält?“

Ahrens sprach dazwischen: „Das ist alles schön und gut. Das können Sie gleich noch besprechen. Jetzt müssen wir es. Dem Rest des Teams bekannt geben. Die Spurensicherung muss sofort los. Und Sie müssen sich den Tatort ebenfalls so schnell wie möglich ansehen. Vorher will ich keine weiteren Spekulationen hören. Klar?“ Er stellte sich bei dem letzten Wort direkt vor sie hin und sah sie beide scharf an.

Sie betraten jetzt das Großraumbüro, in dem alle anderen Einsatzteams bereits saßen.

Im Besprechungsraum herrschte angespannte Stille. Ahrens stand am Kopfende des Tisches, die Mappe offen, die Stimme ruhig, aber mit einem Unterton von Müdigkeit.

„Wir haben einen neuen Leichenfund und diesmal scheint der Täter auch noch offen mit uns kommunizieren zu wollen.“

Er warf zwei Fotos auf den Tisch.

Darauf eine halb eingestürzte Betonwand, davor der Abdruck einer Zeichnung: eine Skeletthand mit Herz, diesmal nicht auf Papier, sondern mit roter Farbe auf den nackten Putz gestrichen.

„Ein Anwohner hat die Ruine am Rande des Rombergparks betreten, nachdem er seltsame Lichtreflexe gesehen hat. Er sah die Leiche, keine Anzeichen eines Kampfes und auch keine Blutspuren im herkömmlichen Sinn. Nur diese Zeichnung. Und…“

Ahrens sah kurz zu Anna, „Etwas, das aussieht wie ein Zettel, direkt darunter platziert.“

Er atmete tief durch.

„Wir wissen nicht, ob es vom Täter stammt oder ein Nachahmer ist. Aber der Zettel trägt dasselbe Motiv ein Herz in einer Skeletthand.“

Ein leises Raunen ging durch die Runde.

Anna hob den Kopf.

„Also will er tatsächlich reden.“

„Genau“,antwortete Ahrens

„Diesmal öffentlich. Der Ort ist kein offensichtliches Versteck es ist eine Art Bühne. Und diese Bühne hat er sich gezielt ausgesucht. Es ist ein Ort, an dem er gefunden werden wollte.“

Er klappte die Mappe zu.

„Ich will keine Theorie hören, bis Sie beide Slotkova, und Balci vor Ort waren.

Behandeln Sie das Ganze, als das, was es wahrscheinlich ist: eine Inszenierung. Keine spontane Tat.“

„Wie viele Leute wissen schon davon?“ fragte Anna.

„Nur der Anwohner, und der Streifenführer und jetzt Sie. Wir halten die Presse draußen, solange es geht.“

Mert stand auf, warf den Rest seines Kaffees in den Papierkorb. „Dann sollten wir los. Bevor’s jemand bei TikTok oder wo auch immer postet.“

Ahrens nickte knapp.

„Tun Sie das. Und Slotkova nehmen Sie Ihr Skizzenbuch mit. Ich will wissen, ob die Linien an der Wand dieselbe Struktur haben. Vielleicht kopiert er sich selbst.“

Draußen hingen graue Wolken über der Stadt. Regen fiel in langen, geraden Linien.

Anna saß auf dem Beifahrersitz und sah durch die Scheibe, während Mert fuhr.

„Wenn er das wirklich inszeniert, hat“, sagte sie leise,

„dann war das keine spontane Wahl. Der Rombergpark… das ist mitten in der Stadt. Ein Ort für Spaziergänger, Studenten, Familien. Er will gesehen werden.“

„Oder er will, dass du ihn siehst“, warf Mert ein.

Anna starrte hinaus.

„Ich bin die Einzige, die ihn versteht in seiner Sprache, in seinen Symbolen.“

Mert lenkte den Wagen durch die Allee.

„Du klingst, als würdest du ihn schon kennen.“

„Vielleicht tut man das irgendwann. Wenn man zu lange in dieselbe Dunkelheit schaut.“ Entgegnete Anna.

Sie hielten an. Zwei Einsatzfahrzeuge standen bereits am Rand der alten Bauruine, Blaulichter gedämpft.

Till kam ihnen entgegen, die Maske unterm Kinn.

„Hello again. Hab euch ja ewig nicht gesehen.“

Er grinste für einen Augenblick und setzte dann sofort wieder eine ernste Mine auf. Er hob den Zeigefinger seiner linken Hand und bedeutete ihnen ihm zu folgen. Anna und Mert stapften durch den Schlamm hinter ihm her.

Das Gebäude, an dem sie jetzt ankamen, war halb eingestürzt, der Boden feucht, die Luft roch nach Moos, kaltem Beton und einem metallischen Unterton.

An der Rückwand des ersten Raumes: das Herzsymbol, diesmal grob, nicht präzise.

Die Linien zogen sich fast über die gesamte Wand, unruhig, fast wütend.

Darunter: ein einziger Satz, in Blut oder dunkler Farbe geschrieben.

„Ich habe mein Herz begraben, aber es schlägt weiter.“

Darunter klebte das Stück Papier. Ein Zeichenblatt, wie aus einem Künstlerblock gerissen.

Darauf: ein einzelner Fingerabdruck in Schwarz.

Anna beugte sich näher. „Er war hier. Und er will, dass wir’s wissen.“

„Fingerabdruck super. Endlich was Handfestes“, murmelte Mert

„Nein“, widersprach Anna leise. „Das ist zu einfach. Er hat ihn absichtlich dagelassen. Er füttert uns. Das hier ist ein Dialog.“

„Oder ein Spiel.“

„Vielleicht beides.“

Sie sah sich um.

„Gut Till. und jetzt zur Leiche.“

„Befindet sich dort drüben.“ Er ging in den Raum nebenan.

Dort lag sie. Nackt und mit offener Brust.

Doch ihr Mörder hatte ihr zusätzlich Organe in derselben schwarzen Tinte wie beim Fingerabdruck auf den Körper gemalt. Genau dort, wo die echten Organe sich im Körper befinden müssten.

Mert ging auf die Frauenleiche zu und blieb eine Weile über ihr stehen. Dann drehte er sich zu Anna um und sagte nur:

„Das ist die Dozentin, die mir den Brief von Elias gegeben hat,“


 
 
 

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